WILLKOMMEN


Wir begrüßen Sie herzlich auf der Internet-Seite der Evangelischen Kirchengemeinde in Siegburg-Kaldauen und freuen uns, dass Sie sich für unsere Angebote und Veranstaltungen interessieren.

 

 


 (Illustration: Gerhard Thiede)

 

Andacht

Was für eine geniale Aktion: Zum ersten Mal luden rheinische Kirchengemeindenzur “Vesperkirche” ein. Den Anfang machte im Januar die evangelische Christuskirche in Velbert. Die Stadtkirche im benachbarten Wülfrath folgte. Kirchenbänke wurden umgedreht, Stühle und Tische kamen dazu. Für jeweils zwei Wochen wurden die Kirchen zu Gasthäusern umfunktioniert.
Eine große Zahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer stand bereit, um an jedem Mittag bis zu 300 Gäste umsonst zu bewirten. Damit nicht genug: Kaffee und Kuchen gab es auch - und eine Fülle weiterer Veranstaltungen sowie kulturelle, soziale und religiöse Angebote. Neu ist das Modell der Vesperkirchen nicht. Süddeutsche Kirchengemeinden praktizieren es schon länger.  Aber anders als dort richtete sich die Einladung in Velbert und Wülfrath nicht bloß an Bedürftige, sondern an alle Menschen im Einzugsgebiet. Jürgen Buchholz, Superintendent des gastgebenden Kirchenkreises, fasst zusammen:„Ich erlebe in der Vesperkirche überall Großzügigkeit. All die vielen Helfer, die vielen Spenden von Einzelpersonen und Firmen, die Kollekten aus den Gemeinden.
Damit können wir großzügig Kirche sein und zeigen, wie großzügig Gott ist. Der Monatsspruch für Juni 2019 ist eine freundliche Aufforderung an die Christengemeinden. “Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt!” (Hebr. 13,2). Kirchen als Gast-Häuser - das hätte dem Verfasser des Hebräerbriefs gut gefallen. An vielen anderen Stellen erzählt die Bibel von der Gastfreundschaft. Jesus ist selbst bei vielen zu Gast gewesen. Freunde und Fremde hat er besucht. Die geteilte Mahlzeit am gemeinsamen Tisch ist zum Zeichen seiner Botschaft geworden. Seit frühesten Zeiten trafen sich Christen zum Brot brechen und zum Gebet und erinnerten sich so an den, der sein Leben für alle hingab.

In den kommenden Wochen wird unsere Friedenskirche nach umfangreicherSanierung wieder in Betrieb gehen. Gottesdienste und Chorproben finden bereits dort statt. Sehnsüchtig erwartetwird die Fertigstellung unserer Küche, die mit einer Theke in den angrenzenden Gemeindesaal hineinragen wird. Mit Kirchencafè und Seniorenfrühstück werden wir dann auch endlich wieder Gastgeber sein können. Und am Gründonnerstagabend, am 18. April um 19 Uhr feiern wir wieder Gottesdienst mit Agape-Mahl am ganz großen Tisch. Eine gastliche Kirche, die zeigen kann, wie großzügig Gott ist… Dabei ist Gastfreundschaft ja gar nicht gebunden an eine besondere Einrichtung oder Ausstattung. Reisende berichten,  dass sie die größte Gastfreundschaft gerade in ärmeren Ländern erlebt haben. Gastfreundschaft ist eine Frage der Haltung. Sie ist eine Einstellung. Wer Gastgeber sein will, muss nicht bloß seine Tür öffnen, sondern auch seine Erwartung und sein Herz. Dazu braucht es Vertrauen auf beiden Seiten, bei Gästen und Gastgebern. Das eigentliche Geschenk ist nicht das, was wir essen und trinken können. Es ist die gemeinsame Zeit, die Aufmerksamkeit und die Zuwendung. Gäste und Gastgeber teilen ihre Geschichte, ihre Sorgen und Fragen, Leiden und Freuden miteinander. Und können so eine Ahnung davon bekommen, dass wir alle Gäste Gottes sind. “Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt!” Seien Sie herzlich willkommen in unserer Friedenskirche - als Gastgeber und als Gäste, die teilen, was sie geschenkt bekommen haben. Denn: Geteilter Segen wird nicht weniger, sondern mehr!

Es grüßt Sie
Ihr Pfarrer Martin Kutzschbach

 


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