Herzlich willkommen ...


... auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde in Siegburg-Kaldauen!

 
Wir freuen uns, dass Sie uns besuchen und sich für unsere Angebote interessieren.                                    Friedenskirche - Bild von Gerhard Thiede

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Junge Menschen
       sind die Kirche von morgen
 
Auf Initiative der Jugendsynode 2019 sieht unsere Kirchenordnung nun vor, dass in jedem Presbyterium unserer Landeskirche mindestens ein junger Mensch im Alter von 14 bis 27 Jahren vertreten sein soll. Das leuchtet ein, denn während viele junge Menschen die Aktivitäten unserer Kirche gut finden, die Gemeindearbeit beleben und sich in der Jugendarbeit, bei Festen oder sozialen Projekten engagieren, sind nur wenige von ihnen in den Leitungsgremien vertreten.  

Das soll sich nun ändern. Und wir finden das richtig und gut.
Und so suchen wir DICH…Habe Mut!

Melde Dich gerne bei uns, wenn Du Lust hast mitzureden, wie die evangelische Kirche von morgen aussehen kann und wir das Leben in unserer Gemeinde heute gestalten können.

Unter 18 Jahren bist Du beratendes Mitglied und ab 18 Jahren bei allen Entscheidungen, die unser Presbyterium in den monatlichen Sitzungen triftt, voll stimmberechtigt.

Nähere Infos dazu bei Pfarrer Martin Kutzschbach, Tel. 02241/917593 oder Jugendleiterin Beate Gehrmann
Tel. 0157 52893218.      

 

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Andacht

Monatsspruch Juli 2021

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns.

Denn in ihm leben, weben und sind wir.

Apostelgeschichte 17, 27


“Textiles Gestalten” gab es als Unterricht in meiner Schulzeit. Lange ist’s her. Ich habe keine guten Erinnerungen daran. Als man mir das Stricken beibringen wollte, bekam ich nach zwei verkrampften Reihen die Nadeln nicht mehr auseinander. So endete meine Ausbildung zum “textilen Gestalter”.

 

Später an der Uni gehörten strickende Kommilitoninnen zum normalen Bild in Vorlesungen und Seminaren.  Trotzdem haben wir den großen, bärtigen Studenten vom Typ “Bud Spencer” belächelt, der sich mit Nadel und bunter Wolle über einen kleinen Stickrahmen beugte. Die entstandenen biblischen Szenen sollten “fürs  Amtszimmer” sein, später, in seinem ersten Pfarrhaus.

 

In meiner Heimatstadt waren damals noch Reste der großen textilen Vergangenheit sichtbar. Während der Semesterferien jobbte ich im Lager einer großen Bandwirkerei. Die ist längst geschlossen. Damals stand ich vor den elektrischen Webstühlen und Strickmaschinen, die in rasender Bewegung Garnrollen abspulten und aus dem Gewirr der Fäden bunte Borten und Bändern webten. Das Geräusch erinnerte an die  rauschende Brandung eines unentwegt wogenden Meeres.

 

Längst rattern keine Webstühle mehr im Wuppertal. Und Stricken, Weben und Sticken kann ich bis heute nicht. Vielleicht wäre im Lockdown Zeit gewesen, ein neues Hobby zu lernen. Doch im Gegenteil: Gerade in dieser Zeit habe ich mich besonders eingespannt gefühlt. Manchmal habe ich sicher nur abgespult, was ich tun musste. Und einiges war dabei wie auf Kante genäht.

 

Blicke ich zurück, dann schieben sich auch die Tage dieser Zeit zusammen wie das Gewebe auf einem Webstuhl. Einzelne Fäden sind kaum noch erkennbar. Jetzt sind sie  Teil eines dichten, undurchschaubaren Gewebes.

 

Ob da ein Muster zu erkennen ist? Sicher aber auch manche Unregelmäßigkeiten. Wenn man über den Stoff streicht, fühlt man, wo die Fäden gerissen und neu geknüpft werden mussten, wo Maschen fallen gelassen und wieder aufgenommen wurden.

 

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns.

Denn in ihm leben, weben und sind wir.

 

Das sind Worte des Apostels Paulus aus seiner Predigt auf dem Marktplatz von Athen. Paulus war von Beruf Zeltmacher, also: textiler Gestalter, ein Profi im Umgang mit Nadel und Faden. Als Missionar war sein Werkzeug das Wort. Und so knüpft er an, fädelt sich ein in die Vorstellungen der Menschen damals in Athen, in die menschlichen Vorstellungen von Gott. ’Ja, Gott ist irgendwie um uns herum. Vielleicht ist er auch der Schöpfer, der Geist, der Sinn dieser Welt. Aber Gott ist weit weg, irgendwo in der Ferne. Wir hier, wir spüren doch nichts von ihm …’ Genau da fädelt Paulus ein. Das ist sein Anknüpfungspunkt. “Ich verkündige euch den, den ihr unwissend verehrt!”

 

Kurz vorher ist Paulus einer Frau begegnet: Lydia aus Philippi. Ein Zufall, dass sie auch mit Textilien zu tun hat. Sie ist Purpurhändlerin, handelt mit kostbaren Stoffen. Als Paulus ihr von Jesus erzählt, springt der Funke über. Und sie erkennt den unbekannten, den bisher nicht gefundenen Gott. Lydia öffnet ihr Herz. Sie lässt sich taufen und wird so zur ersten Christin Europas.

 

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns.

Denn in ihm leben, weben und sind wir.

 

Wenn ich auf die vergangenen Monate blicke, dann erkenne ich auch viele Unregelmäßigkeiten im Gewebe unseres Lebens. Nur wenig verlief wie geplant. Mancher Faden ist gerissen. Wird es gelingen, ihn wieder aufzunehmen und neu zu verknüpfen? Und wird das, was dann entsteht, denn auch brauchbar und tragfähig sein?

 

Ich lese die Worte von Paulus damals in Athen: “Wir sind nicht alleine! Überall, in unserm Weben und Leben umgibt uns Gott! Schaut auf Jesus - und erkennt die Liebe, die unendliche Barmherzigkeit, mit der der unsichtbare Gott uns ganz nahe ist.”

 

Zu uns heute würde Paulus vielleicht sagen: “Lasst euer Vertrauen nicht fallen! Auch ihr seid doch verwoben in die Liebe, die Vergebung, in die Gnade unseres Gottes. Und wenn euch das Geflecht eures Lebens unfertig und fehlerhaft erscheint: Er hält euch. Er trägt uns. Und er vollendet das Fragment unseres Lebens.
Denn - in ihm leben, weben und sind wir!”

 

Ihr Pfarrer

 

Martin Kutzschbach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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