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... auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde in Siegburg-Kaldauen!

 

 

Andacht

von Beate Gehrmann

Monatsspruch Oktober 2020:


Suchet der Stadt Bestes und betet für Sie zum Herrn, denn wennˋs ihr wohlgeht, dann gehtˋs euch auch wohl. Jeremia29,7

 

Ich stelle mir vor:  Eines Tages werden wir aufwachen und der Spuk ist vorbei. Wir schauen uns alte Fotos an und amüsieren uns über die bunten Masken, die wir tragen. Wir gehen auf Konzerte oder in Fussballstadien. Und selbstverständlich sind wir in Hotels trotz Erkältung willkommen. In unserer Gemeinde blüht das Leben: Gemeindefeste, Kinderbibeltage, Konzerte und Theater. Die Gottesdienste sind gut besucht und an Weihnachten rücken wir die Stühle zusammen, damit jeder einen Platz findet.


Eines Tages werden wir aufwachen
und der Spuk ist vorbei.
Das hofften vor mehr als 2400 Jahren wohl auch die Menschen, die aus ihrer Heimat Jerusalem ins ferne Babylon verschleppt wurden und nun an den Wassern zu Babel sitzen und weinen (Psalm 137,1). Sie vermissen ihr altes Leben. Sie wollen heim. Mit einem Brief aus Jerusalem flammt ihre Hoffnung auf. Vielleicht kommt jetzt die erlösende Nachricht. Doch weit gefehlt. Der Prophet Jeremia, als Verfasser des Briefes, fordert die Verzweifelten auf, noch lange Geduld zu haben und sich in der Krise einzurichten. Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn, denn wennˋs ihr wohl geht, dann gehtˋs euch auch wohl.

Mir kommen Nachrichten in den Kopf wie: „Der Virus wird uns noch Jahre begleiten" oder „Viellleicht wird er nie ganz verschwinden." Also keine baldige Rückkehr zum gewohnten Leben?

Das ist bitter! Regelrecht
zum Verzweifeln!

„Nein" sagt Jeremia. „Das ist nicht zum
Verzweifeln. Nicht, wenn ihr das Beste aus der Situation macht. Und am besten schaut ihr danach, was den Anderen hilft. Wenn es ihnen gut geht, dann wird es auch euch gut gehen." Ähnliches hören wir täglich in den Nachrichten. Wenn Virologen nicht müde werden, uns die AHA-Regeln (Abstand-Hygiene- Alltagsmaske) zu erklären und Politiker - je nach Infektionsgeschehen - Vorsichtsmaßnahmen auferlegen oder lockern, dann ist ihre Botschaft dahinter eine ähnliche: „Nehmt den Virus ernst und die Situation an, wie sie ist. Am besten, indem ihr Sorge tragt, dass ihr niemanden gefährdet. Helft, wo ihr helfen könnt, aber bitte mit Abstand."

So ein Lockdown ist ganz schön nervig,
und die Belastung wächst mit jedem Tag. Auch für uns Mitarbeitende und Ehrenamtliche in der Gemeinde. Wir trauern den „alten" Zeiten nach und würden am Liebsten sofort wieder mit allen Gruppen starten. Viele spannende Begegnungen  hatten wir für die kommenden Monate geplant. Die meisten müssen wir leider absagen. Das schmerzt. Doch es bringt nichts, wenn wir uns in Trauer verlieren. Nach vorne sollten wir schauen, das Beste suchen und überlegen, was trotz Corona möglich ist.

Jede Krise hat ihre Chancen und mancher
Trendforscher sieht unsere Gesellschaft an einem Punkt, an dem die Zukunft die Richtung ändert. Nicht zum Schlechteren.

Wenn eines Tages der Spuk vorbei ist,
werden wir vielleicht feststellen, dass es uns gut tat, auf  die Vollbremse zu treten, weil alles viel zu schnelllebig, zu dicht und zu überhitzt geworden ist. Vielleicht werden wir rückwärts darüber staunen, welche enorme Kreativität die Krise in uns frei gesetzt hat und, dass - entgegen aller Befürchtungen - Kontaktbeschränkungen nicht unbedingt zu Vereinsamungen geführt haben.

Verzicht bedeutet nicht gleich Verlust.
Denken wir an die langen Telefonate, die uns plötzlich so wichtig wurden, während vorher eine Whats-app-Nachricht genug sein musste.
Vielleicht spüren wir - wenn der Spukvorbei ist - neben der Erleichterung auch einen Hauch von Sehnsucht danach, etwas von dem zu bewahren, was wir an positiven Erfahrungen aus
der Krise mitgenommen haben.

Jeremias Brief endet mit dem tröstlichen Gedanken, dass die Katastrophe nicht ewig dauern wird. Und so erzählt die Bibel, dass viele Jahre später die Menschen wieder die Möglichkeit hatten, in ihre Heimat Jerusalem zurückzukehren.
Doch viele wollten es gar nicht. Neue Generationen waren herangewachsen, die längst in der Fremde heimisch waren´und neue Wege fanden, ihren Glauben zu leben.
Das religiöse Leben blühte. Rückblickend war das Exil in Babylon für die Menschen ein Neuanfang.


Und so wünsche ich uns als Gemeinde,
dass wir weiterhin mit unseren Möglichkeiten das Beste aus allem machen, indem wir die Anderen im Blick behalten und uns tatkräftig für ihr Wohl einsetzen. Vielleicht finden wir auch ganz neue Wege, unsere religiöse Gemeinschaft zum Blühen zu bringen.

Dabei ist unsere Kreativität gefragt, mehr denn je.
Und wo wir mit der Tatkraft an unsere Grenzen stoßen, steht uns die wunderbare Möglichkeit des Gebets offen und des Vertrauens darauf, dass Gott den Weg mit uns geht, uns leitet und aus der Krise hinaus begleitet.


Ihre Beate Gehrmann

 


WIR SIND FÜR SIE DA!

Und natürlich bleiben wir für Sie  erreichbar - und können Ihnen am Telefon zuhören und Sie beraten. 

Pfarrer Martin Kutzschbach: 02241 - 91 75 93 

Gemeindebüro: 02241 - 38 13 27 (werktags von 9.30 bis 12 Uhr) 

Diakonin und Jugendleiterin Beate Gehrmann, Diakonin Margitta Reinhardt: 02241 - 91 75 92 (werktags von 10 bis 12 Uhr) 

Machen Sie davon bitte Gebrauch.

Wir haben Zeit für Sie! 

 

WEITERE GOTTESDIENSTE, ANDACHTEN im TV, Radio, Internet 

Fernsehgottesdienste  gibt es z.B. im ZDF: immer sonntags ab 9.30 Uhr - katholische und evangelische Gemeinden wechseln sich ab. In der Mediathek - siehe Link - sind die letzten Gottesdienste auch abrufbar. 

https://www.zdf.de/gesellschaft/gottesdienste 

Und nicht zu vergessen: die zahlreichen Gottesdienste, die im Radio übertragen werden... 

 Liveübertragungen und Podcasts von Gottesdiensten und Andachten gibt es inzwischen auch aus vielen anderen Kirchengemeinden. Hinweise finden Sie mit einem Klick ind zu finden auf: 

https://www.ekd.de/kirche-von-zu-hause-53952.htm

 Tägliche Andachten und Nachrichten aus den Gemeinden und Einrichtungen unseres Kirchenkreises finden Sie auf der Seite:

https://www.ekasur.de 

und hier auch täglich ein Mutmach-Video aus unserer rheinischen Landeskirche:

http://story.ekir.de/corona

Wer an jedem Morgen eine Mail mit interessanten und anregenden Impulsen zur biblischen Tageslosung geschickt bekommen möchte, kann an

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schreiben - etwa mit der formlosen Nachricht: "Bitte senden Sie mir auch Ihre Auslegung zur Tageslosung." Die Zusendung verpflichtet zu nichts, Namensnennung ist nicht nötig. Und die Texte sind oft sehr, sehr gut! 

 

 

 

  

 

 

 

 


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